---the art of roots and groove--- TAXIM RECORDS




Walking Wounded

Los Angeles, Californien. Wir schreiben die späten 80er Jahre. In Hollywood steht eine neue Gitarrenrock-Szene in voller Blüte. "The New West" war der dafür erdachte Slogan, und eine nostalgiefreie Rückorientierung auf die Garagensounds der Sechziger war angesagt. Schluss mit dem Powerpop der Marke The Knack, gefragt war eine originäre Rockhaltung.

Egal ob Folk-Rocker oder Punk, man wollte raue und ehrliche Rockmusik mit Rückbezügen, doch ohne Wehmut.
In dieses auch politisch aktive Umfeld passte der Sänger, Gitarrist und Songwriter Jerry Giddens aus Louisiana gut hinein. Giddens war ein talentierter Lyriker, ein überaus politischer Mensch und ein ideenreicher Songwriter. Seine musikalische Inspiration zog der Kopf von Walking Wounded überwiegend aus dem Folk-Rock der Sixties, denn auch in jenem Genre verband man gute Melodien, Musikalität und Intelligenz auf exzeptionelle Art und Weise.

Im Jahr 1986 erschien das Plattendebüt der ohne festen Drummer agierenden Band. Mit dem Album THE NEW WEST setzte Walking Wounded der 80s-Hollywood-Gitarrenrockszene ein musikalisches Denkmal und wurde von der schreibenden Zunft mit Lob und Anerkennung überhäuft. Doch die Band hatte Pech. Das überragende Nachfolgealbum RAGING WINDS OF TIME aus dem Jahr 1989 geriet kurz nach Veröffentlichung in die Turbulenzen um die Übernahme ihres Labels Chameleon durch Elektra. Erst vor wenigen Jahren wurde es in der "Desert Island Classics"-Serie bei Taxim wiederveröffentlicht.

Die damaligen Turbulenzen hatten schwerwiegende Folgen für die Band: Trotz weiterer solider Platten und Solo-Veröffentlichungen geriet Giddens nach diesem Fiasko in eine persönliche Krise. Er verließ die Musikszene. Schwer ausgebremst und kalt erwischt, zog er sich zurück.

Hört man seine neuen Songs auf dem Reunion-Album ARTIFICIAL HEARTS, so erscheint das kaum vorstellbar. Schon nach den ersten Takten des Openers "A Thouand Mile Stare" wird klar: Jerry Giddens ist weit davon entfernt, gleich einem ausgebrannten Rockveteranen den "thousand mile stare", den Blick ins Leere, zu praktizieren. Es ist Gitarrenrock vom Feinsten, mal folkrockig mit Byrds-Bezügen, mal voller Punkenergie, dann auch countryesk. Giddens hat überlebt - seine Band auch. Und nicht nur das: Walking Wounded ist wie Phönix der Asche entstiegen und erstrahlt in neuem Glanz.


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