Kevin Jones - Raising the Ebenezer
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Kevin Jones
Raising the Ebenezer

katalog-nr. tx 3024
folk - 2010

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  1. You Know I'm Here (Kevin Jones) 3:43
  2. Bow Down To The Master (Kevin Jones) 2:33
  3. Death To Life (Kevin Jones) 3:07
  4. Sympathetic Partner (Kevin Jones) 2:12
  5. Drive In Song (Kevin Jones) 4:00
  6. Girl From Lancaster (Kevin Jones) 3:04
  7. Couldn't Say I Blame You (Kevin Jones) 2:17
  8. Love Song For You (Kevin Jones) 2:21
  9. If You're Good To Your Guitar (Kevin Jones) 2:01
  10. Oh My, What A day It's Been (Kevin Jones) 1:57
  11. Dirty Rotten Dad Blame Blues (Ace Smith) 2:02
  12. With A little Faith (Kevin Jones) 3:06
  13. I'm Not To Blame (live) (Kevin Jones) 4:00

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Kevin Jones

"Die brillant gespielten und in einer angenehm weltverdrossenen Tonlage vorgetragenen Songs wandern zwar immer mal wieder rüber in den Bereich des Blues, tragen aber dabei stets ihre Countryklamotten", schrieb vor zehn Jahren das britische Monatsmagazin MOJO in seiner Homebrew–Kolumne über Kevin Jones Taxim-Debüt "Nobody's Father". Besagte Kolumne gibt es heute nicht mehr, wie leider auch die CD. Sie schien dazu verurteilt, ein Solitär zu bleiben, gehörte zur erlesenen und gar nicht einmal so kurzen Reihe von Songwriter–Werken, deren Erschaffer es, warum auch immer, nur zu einer einzigen grandiosen Veröffentlichung gebracht haben.

Der leider an sich ja schon ziemlich unspektakuläre Name Kevin Jones muss jetzt von dieser Liste gestrichen werden, was angenehm überrascht. So unaufdringlich wie seine delikate Musik ist auch der Mann selbst. Und er nimmt sich Zeit. Waren die Songs auf "Nobody's Father" bei ihrer Veröffentlichung mehrheitlich schon über zehn Jahre alt, hat er sich für die Fertigstellung von "Raising the Ebenezer" nun wiederum ein ganzes Jahrzehnt gegönnt, was den Liedern aber nur zum Vorteil gereicht - in Ruhe gereift, könnte man, Klischee hin oder her, bilanzieren. "Man weiß nicht viel über Kevin Jones", schrieben wir seinerzeit, als es galt, "Nobody's Father" vorzustellen. Daran hat sich, ehrlich gesagt, nicht viel geändert, denn Jones zeichnet sich nicht gerade durch aufdringliche Selbstpromotion aus. Er stammt aus Ohio, lebte aber sehr lange in Washington, DC, wo seit den frühen achtziger Jahren eine rührige Folk/Songwriter–Szene existiert, die u.a. John Jennings, Steve Erwin, den verstorbenen Ace Smith und, kommerziell mit Abstand am erfolgreichsten, Mary Chapin Carpenter (die wie schon auf "Nobody's Father" hier auf zwei Tracks Grastauftritte absolviert) hervorgebracht hat. Kevin Jones nennt John Prine, Steve Goodman und John Denver als seine prägenden Einflüsse, gemeinsam aufgetreten ist er u.a. mit Guy Clark, John Sebastian, Steve Forbert, Roger McGuinn und Doc Watson. Zwar gibt es in mehreren Texten dezente Anspielungen an seinen christlichen Glauben, aber der alttestamentarische Titel der CD, der aus dem Buch Samuels stammt und den Gedenkstein an eine für die Israeliten siegreiche Schlacht benennt, ist für die lakonische, immer auf Understatement setzende Musik schon fast zu wuchtig. Er sollte vielmehr im Sinne einer modern philosophisch geprägten Sichtweise als Aufforderung zu mehr Eigeninitiative bei der Problembewältigung in unserer Gesellschaft verstanden werden.

Man braucht vielleicht einige Durchgänge, um Charme und Reiz der nur bei oberflächlichem Hören gewöhnlich klingenden, mit minimalen Änderungen in der Phrasierung arbeitenden Stimme zu erkennen, die ideal zu Jones' weder gewollt dramatischen, noch, wie es heute so oft der Fall ist, zwanghaft ironischen Alltagsgeschichten passt, die nie banal sind, sondern auf sympathisch bescheidene Weise das Flair des Besondern, das im Gewöhnlichen steckt, transportieren. Fernab von biederer Folkie–Seligkeit einer- und Pop–Hochglanz andererseits, überzeugt Roots–Songwriterkunst eben vor allem im Kleinen und Unauffälligen.

War das Debüt noch mit kleiner Bandbesetzung entstanden, so ist "Raising the Ebenezer" ein beinahe reinrassiges Soloprojekt, denn außer Mary Chapin Carpenter half bei den 11 neuen Tracks (der zwölfte ist eine Liveversion von "I'm Not To Blame", einer der Paradenummern des Debüts) nur der berühmte Multiinstrumentalist und befreundete Produzent John Jennings aus. Kevin Jones überzeugt vor allem auch als Gitarrist. Sein präzises und klares Picking mit Wurzeln in Folk, Country und Blues liefern das grundsolide Fundament und das Rootsfeeling für die Songs, die den Charakter von Schnappschüsse und Vignetten besitzen. Auch altersbedingt ist Kevin Jones ein unaufgeregter Mann mit guter Beobachtungsgabe, den Trends und Moden nicht mehr aus der Ruhe bringen können. Vielleicht bastelt er ja schon an seiner dritten CD, an der wir uns dann in zehn Jahren erfreuen können.


"With a surname as common as Jones and Kevin for first name, it's hard not to lose him among the many of musicians and singers called Kevin Jones. Some characteristics: ours is about 52 years old, he lives in Oberlin, Ohio, he owns a store where he sells music instruments and gives music lessons. He was signed by Taxim, a German label. Raising The Ebenezer is at the very least his second album. An album produced by a musician and producer of great reputation, John Jennings, who for many years has been a part of the group accompanying Mary Chapin Carpenter. As if by chance, you find her voice in two of the thirteen songs. Thirteen songs all written by Kevin except for one. Most of the pieces can be labeled "60's folk" but there are tracks like "Couldn't Say I Blame You" and "Dirty Rotten Dad Blame Blues" flirting with rockabilly. A very sympathetic, if not unforgettable, album."

- Le Cri du Coyote Magazine -


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