Peter Lewis - Live



Peter Lewis
wtih David West
Live at Lobero Theatre


katalog-nr. tx 2087
rock - 2013



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lineup
track listing

29. August 2003, Lobero Theatre, Santa Barbara, Californien, U.S.A.
Eigentlich sollte an diesem Freitagabend im Rahmen der in ganz Südcalifornien überaus populären Konzert-Reihe „Sings Like Hell“ nur der Kanadier Daniel Lanois auftreten. Lanois’ Terminkalender war jedoch derart eng bepackt und die Reiseroute schwierig, dass ein pünktliches Erscheinen äußerst fragwürdig erschien. Gastgeberin und Moderatorin des Abends, Peggie Jones, suchte daher einen adäquaten Act aus der Region, der die Zeit bis zu Lanois Eintreffen kompetent ausfüllen konnte. Ihr kam der Gedanke, dass vielleicht ihr grosses 60’s-Idol, Moby Grape-Sänger/Gitarrist Peter Lewis bereit wäre, in diese Rolle zu schlüpfen. Lewis zögerte nicht lange, sagte zu und versprach, seinen Freund und Multiinstrumentalisten David West mitzubringen. Und wie so oft ergab es sich, dass aus einem spontanen, improvisierten Auftritt ein denkwürdiges Ereignis wurde, auch wenn der Auftritt nur etwa 30 Minuten dauerte.
Äußerst gespannte Erwartung lag in der Luft des altehrwürdigen Lobero Theaters, als Peter Lewis und David West die Bühne betraten. Die beiden Californier enttäuschten niemanden an diesem Abend und verbreiteten mit ihren Songs ein zeitlos authentisches Westcoast-Flair. Ein ums andere Mal wurde das konzentriert lauschende Publikum zurückversetzt in eine unschuldige und optimistische Ära, in der alles möglich schien. Es war sehr deutlich zu spüren, wie gut dieses Repertoire, bestehend aus Moby Grape-Klassikern, neueren Solo-Songs von Peter Lewis und einer Coverversion von Jackie DeShannons "When You Walk Into The Room" sich bis heute gehalten hat - klassisches Folkrock-Songwriting voller melodischer Attraktivität und einem undefinierbaren heilenden Effekt für Geist und Seele. Herausragender Titel des Abends war eine neue Lewis-Komposition, „Lookin’ for America“, in der er den aktuellen Zustand der amerikanischen Gesellschaft in der Bush-Ära (Irak-Krieg März 2003!) hinterfragt. Dieser Titel hinterließ beim Publikum eine solche Nachhaltigkeit, dass Lewis und West sich vornahmen, eine Studioversion aufzunehmen, die neben einem wundervollen Remake des Moby Grape-Klassikers „8:05“ auf der vorliegenden CD enthalten ist.
Peter Lewis ist der Sohn der im August 2000 verstorbenen Hollywood-Diva Loretta Young – ein biographischer Umstand, der für den jungen Rock-Rebellen Lewis in der Vergangenheit durchaus komplexe Auswirkungen auf sein Leben und seine künstlerische Arbeit hatte. Mit den klassischen Folkrock-Klängen der Byrds und einer daraus resultierenden Initialzündung für die eigene Musikkarriere begab sich Peter Lewis schon früh heraus aus seinem Hollywood-Background und schrieb – nach ersten Anfängen mit der Surfband The Cornells – als Gründungsmitglied der legendären San Francisco-Band Moby Grape – ein Stück Rockgeschichte. 1967 veröffentlichten Moby Grape mit ihrer Debut-LP ein Album, das noch heute zu den ganz wichtigen Rock-Klassikern zählt und die Band mit einer aufregenden Kombination aus Folk, Blues, Country und klassischem Rock & Roll präsentierte. Moby Grape standen mit ihrem energiegeladenen Sound für amerikanische roots music par excellence, konnten im Laufe ihrer wechselhaften Karriere jedoch aufgrund einer Mischung aus persönlichen Tragödien und schlechten Geschäftsentscheidungen nie ihr wahres Potential verwirklichen. Doch es kam in späteren Jahren immer wieder zu Reunions einiger Bandmitglieder. Peter Lewis brauchte lange, um sich vom mächtigen Sog seiner Moby Grape-Vergangenheit etwas zu distanzieren und ein eigenes Profil zu entwickeln bzw. dieses auch öffentlich zu präsentieren.
Das geschah endlich im Jahr 1993 mit der Veröffentlichung seiner Solo-CD "Peter Lewis" (Taxim) Das Fachmagazin Rolling Stone verlieh dem Album die Höchstwertung – fünf Sterne. Peter Lewis zeigte sich als gereifter und ausdrucksstarker Solo-Interpret mit einer Vorliebe für melodische Finesse und ausgefeilte Arrangements. In der Folgezeit trat er in Californien – neben seiner erfolgreichen Karriere als Maler – immer wieder als vorwiegend akustisch arbeitender Solokünstler live in Erscheinung. Neben etlichen anderen Westcoast-Koryphäen war auch der Multi-Instrumentalist David West Gastmusiker auf Lewis Album.

David West ist ein Musiker mit vielen Talenten: Gitarren, Banjo, Mandoline, Bass – wenn ein Instrument Saiten hat, kann dieser Vollblutmusiker es spielen. Mit "Arcane" und "Broken Down Believers" (beide auf Taxim) liegen zwei Solo-Alben vor, die auch den Sänger und Songwriter West vorstellen, nachdem er mit den Cache Valley Drifters und bei Kate Wolf eher als einfühlsamer Begleiter und virtuoser Instrumentalist in Erscheinung getreten war. Als Initiator der CD-Reihe "Pickin’ On..." (Bluegrass-Transkriptionen von Rockstandards von U 2 bis Neil Young) war David West darüber hinaus maßgeblich am aktuellen Boom akustischer Musik in den USA beteiligt. Nicht zuletzt sein gefeiertes Dead Strings-Bandprojekt (renommierte akustische Musiker aus Südcalifornien interpretieren Grateful Dead-Songs im akustischen Gewand) verhalf dem versierten Picker zu jeder Menge credibility außerhalb der "New Acoustic Music"-Szene. Als Musiker ohne stilistische Scheuklappen bewegt sich David West seit vielen Jahren neugierig und stilsicher sowohl in Country und Folk als auch in Bluegrass und Songwriting.

Es wurde ein denkwürdiger Abend im Lobero Thetatre. Die Stimme von Peter Lewis ging unter die Haut, das Zusammenspiel beider Musiker war einfühlsam und konzentriert. Unerwartet locker erzählte Lewis dazu prägnante Anekdoten aus seiner persönlichen Vergangenheit. Es war unüberhörbar – der Mann ist ein Original. Auch Lewis dunkle Seiten kann ein aufmerksamer Zuhörer erahnen, doch im Vordergrund stehen seine Songs, deren Klasse und Bedeutung hier deutlich werden. Auf lockere und dennoch würdevolle Art finden sie einen Platz in der Gegenwart.


lineup

track listing
  1. Intro: Peggie Jones (Peter Lewis) 0:42
  2. Journey to the Crossroads (Peter Lewis) 4:11
  3. Lookin' for America (Peter Lewis) 4:24
  4. Fate Full of Shadows (Peter Lewis) 4:27
  5. When You Walk in the Room (Sharon Lee Myers) 3:17
  6. Pictures of the Past (Peter Lewis) 4:08
  7. Beyond the Storm (Peter Lewis) 4:28
  8. If Life Was Just a Game (Peter Lewis) 4:34
  9. He (Peter Lewis) 5:08
  10. Lookin' for America (Studio) (Peter Lewis) 3:06
  11. 8:05 (Studio (Jerry Miller/Donald Stevenson)) 2:52



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