MrMorning - Home on the Bend



Mr. Morning
Home on the Bend


katalog-nr. tx 2086
rock - 2012




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lineup
track listing

Die Abstände werden kürzer! Vergingen zwischen dem Erscheinen des Debüts und zweiten Albums von Schwedens bedeutendster Jamrock-Formation Mr Morning noch stolze sechs Jahre, so sind es jetzt nur deren vier. Nach den branchenüblichen Vermark­tungskriterien, um die sich aber die Nordmänner nicht scheren, mögen so lange Zeitspannen nicht eben karrierefördernd sein, aber gut’ Ding will eben Weile haben. Und für alle, die die beschwingt ein­gängigen, überwiegend countryrock-infizierten Melo­dien von „Furry and Fine“ bzw. „The Sweet Scent of Butterflying“ noch im Ohr haben, dürfte sich das Warten auf „Home On the Bend“ voll gelohnt haben.

Veränderungen und Weiterentwicklungen ihres Klangkonzeptes gestat­ten sich Mr Morning nur in feiner Dosierung. Fast alles ist gleich ge­blieben und doch haben sich scheinbar unbedeutende Details verändert und Gewichte verschoben. Einer solchen Feststellung wohnt ebenso ein bewusster Wider­spruch inne wie der Behauptung, dass „Home On the Bend“ gleichzeitig rustikal und filigran wirkt, oft innerhalb ein und desselben Songs. Geändert hat sich zunächst einmal die Besetzung der Band. An Stelle von Gitarrist Kent Palsson und Drummer Hakan Persson sind jetzt Leo Carlsson und Ulf Boström zum bewährten Kern von Ola Kyttä (Lead­gesang, Gitarre, Harmonica), Anders Johansson (Gitarre, Orgel) und Roger Johansson (Bass) ge­stoßen. Carl Hansson verleiht auch diesmal mit seiner Violine einigen Tracks ein zusätzliches Flair.

Was Etikettierung und stilistische Einordnung betrifft, so ist zu vermelden, dass Jamrock inzwischen für die Musik von Mr Morning nur noch ein Aspekt ihrer Ausrichtung ist. Hinzugekommen sind Einflüsse des Americana-Genres, was sie auf eine Stufe mit Genre-Lieblingen wie Wilco, Railroad Earth und den Jayhawks hebt. Sieben der insgesamt acht Stücke sind klar und klassisch als Songs strukturiert, haben einen schon beim zweiten Hören einsetzenden Wiedererkennungswert, wenn nicht sogar Ohrwurm­charakter, und wären in einer anderen und besse­ren Medienlandschaft auch ideal fürs Radio – was aber natürlich nicht heißen muss, dass die Band sie auf der Bühne nicht locker und lässig auf die doppelte oder gar dreifache Länge auszudehnen vermag, ohne dass dabei Spannung verloren geht. Zu welchem Ideenreichtum Mr Morning dann, wenn sie ihrem Improvisationsvermögen freien Lauf lassen, fähig sind, beweist „Motorbike“, die fast dreizehn­minütige Schlussnummer von „Home On the Bend“. Während in den kürzeren, kompakteren und textlich überwiegend dezent zivilisationskritischen Songs die Bäume durch den funkelnden Glanz der Melodien und Har­mo­nien beinahe in den Himmel wachsen, verwandelt sich hier auf halber Strecke eine fröhlich vorwärtsgaloppierende Highwayhymne in eine frei assoziierende Soundcollage, die, abgesehen vom Vogelge­zwitscher und Motorbrummen des titel­gebenden Bikes, an die Grateful Dead (von 1970), Yonder Mountain Stringband und String Cheese Incident erinnert, was ja, ohne dass man den Schweden plumpes Epigonentum vorwerfen sollte, nie die schlechteste Referenz ist. In dieser knappen Viertelstunde, die ganz nebenbei auch noch den Appetit auf ein Livealbum der Band weckt, offenbart sich das frappierend breite Spektrum von Mr Morning, das von luftigem frühsiebziger Country­rock bis hin zu weit ausholenden Acid Rock-Improvisationen reicht.

Siehe auch: Homepage von Mr. Morning


lineup

Außerdem:


track listing
  1. Top of Every Mountain (Mr. Morning) 5:27
  2. Rabbit (Mr. Morning) 5:30
  3. Shoes (Mr. Morning) 7:59
  4. Dandelion Wine (Mr. Morning) 5:20
  5. Paranoia (Mr. Morning) 4:38
  6. Everybody Knows (Mr. Morning) 4:39
  7. Do What You Must (Mr. Morning) 7:55
  8. Motorbike (Mr. Morning) 12:55



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