cover

Tim Brooks
& The Alien Sharecroppers
Back in the Game


katalog-nr. dr 0006
rock - 2002

Shame on Me (63K)
Back in the Game (79K)
You Ain't Listening (79K)

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lineup
track listing

Auch in Zeiten von Turbo-Kapitalismus und Digital-Wahn gibt es ein großes Publikum für die bodenständige Rockmusik der Traditionalisten zwischen Texas und Florida. Vor allem natürlich dank der noch immer enthusiastischen Gemeinde von Fans, die diese Musik als ihr Lebenselixir betrachtet. Tim Brooks & The Alien Sharcroppers kommen aus Macon, Georgia - dem Kernland des Southern-Rock.
2001 kamen Brooks und seine Mannen auch nach Europa. Die Herzlichkeit und Begeisterung, mit der die Band in Ländern wie Deutschland, Holland oder der Schweiz bejubelt wurde, hat die Gang um den 2-Meter-Mann Tim Brooks ehrlich begeistert. BACK IN THE GAME, das neue Werk der Band, steht dem Vorgänger SEE ROCK CITY in punkto musikalischer Intensität, rauer Südstaaten-Seele und handwerklichem Können in nichts nach. Denn Tim Brooks ist nicht nur ein herausragender Slidegitarrist in der Tradition von Duane Allman (auch heute noch ist seine Performance anläßlich der "25th Anniversary Ultimate Competition" des"Guitar Player"-Magazins unvergessen), er ist ganz einfach ein selbstbewußter Musiker mit Ausstrahlung.
Auch das legendäre GP-Jubiläumskonzert im Warfield Theatre zu San Francisco Seite an Seite mit Gitarrenlegenden wie Steve Morse, Ry Cooder, Harvey Mandel, John Lee Hooker oder Gregg Allman machte dem Hünen aus Georgia keine kalten Füße ("Tim Brooks brought the house down" - GP-Chefredakteur Dominic Milano). Es war ein denkwürdiger Abend, der noch bis ins Jahr 2001 ausstrahlte. Drei Mal hintereinander wählte man im übrigen Tim Brooks zum besten Slide-Gitarristen, bevor Warren Haynes (von Gov't Mule) den Titel übernahm. Gregg Allman persönlich sorgte dafür, dass die Band bei Konzerten von Gregg Allman & Friends den Support Act stellte.
Tim Brooks ist seit 1994 im Musikbusiness aktiv. Als "The Brothers Brooks" kamen er und sein Bruder Gregg auf die Szene und auch schon vorher hatte er als lokale Größe seine "dues-paying years" absolviert - als Vorprogramm für Künstler von Muddy Waters und Steve Morse bis hin zu Sessions mit vielen Südstaaten-Rockern von Dickey Betts bis The (Dixie) Dregs. The Allman Brothers Band waren natürlich die großen Südstaaten-Helden damals und obwohl Duane Allman und Berry Oakley seit vielen Jahren nicht mehr leben, Gregg Allman durch etliche persönliche Krisen ging, und der letztjährige Rauswurf von Dickey Betts für viel böses Blut sorgte, gilt die große Band aus Macon heute noch als Inbegriff für konfödertierte Rockpower und ihre Jam-Höhenflüge sind Legende. Es führt wohl kein Weg an der Feststellung vorbei, dass Duane Allman einer der inspiriertesten Gitarristen und sein Bruder Gregg einer der seelenvollsten Sänger der Rockgeschichte war bzw. ist. Auf beide bezieht sich Tim Brooks immer wieder - die Allman-Tradition ist in diesem Metier von großer Bedeutung. So findet man die zentralen Elemente des Allman-Sounds auch hier: einfühlsames Slidespiel auf einer Gibson Les Paul Custom und eine mit viel Blues getränkte Stimme. Tim Brooks liebt es zwar auch schwer und bluesrockig, doch das ist bei weitem nicht alles:
BACK IN THE GAME beginnt sehr ansprechend mit einem Lynyrd Skynyrd-Groove ("Shame On Me") und rasch wird deutlich, dass Vielseitigkeit eine der großen Stärken der Band ist. Ein bluesiger Southern Boogie mit Allman-Slide ("High, Dry And Blue"), klassische Gitarrensounds à la Outlaws ("Back In The Game"), dezent Jazziges à la Atlanta Rhythm Section ("Southern Maiden") - die Band drückt vielen bekannten Idiomen ihren Stempel auf. Trotzdem ist es ein Werk wie aus einem Guß und viel Herzblut fließt in diese Musik. Das sollte auch "Nicht-Konföderierten" kaum verborgen bleiben...
Doch damit hört es nicht auf: Tim Brooks & The Alien Sharecroppers liefern ein herrlich relaxtes Dobro-Instrumental ("Boating Down The Ocmulgee"), einen energischen 12-Bar-Rocker ("You Ain't Listening"), eine wunderbar dramatische 6/8-Takt Bluesnummer mit Allman-Touch ("Hanging By A Thread") und als besondere Hommage an Beatle George Harrison(R.I.P.) eine Fassung von "Think For Yourself" - im Original zu finden auf RUBBER SOUL. Die Cover-Versionen einiger Dylan-Songs gehörten ja auch schon zu den Höhepunkten auf SEE ROCK CITY. Hier steht ein absolutes Highlight am Schluß und beschliesst BACK IN THE GAME angemessen: eine 15-Minuten-Live-Version von Neil Young's "Down By The River". Eine der Hymnen des klassischen Rock aus USA schlechthin. Zumindest diese Fassung sollte man kennen.
So hört man auf diesem neuen Album - vorzugsweise mit amtlichem Lautstärkepegel - eine aktuelle Südstaatenband, die der Welt ein Flashback in die Blütezeit des klassischen Southern- Rock offeriert, jedoch mit einem Klangbild im jungen Geist sowie einer dezenten Frischzellenkur. Damit besteht dieses Idiom auch im neuen Jahrtausend!
Die Rocktradition von Macon, GA, immerhin die Heimat von Little Richard, Otis Redding und der Allman Brothers Band, lebt weiter in den Händen dieser "außerirdischen Landarbeiter".


lineup

die alien sharecroppers 2002 sind:


track listing

  1. Shame on Me (Tim Brooks/Mark Warlick) 03:25
  2. High, Dry and Blue (Tim Brooks) 03:58
  3. 'Possum Chops (Tim Brooks) 02:38
  4. Back in the Game (Tim Brooks/Michael Dortch) 05:39
  5. Think for Yourself (George Harrison) 02:42
  6. Boating Down the Ocmulgee (Tim Brooks) 03:21
  7. Southern Maiden (Tim Brooks) 03:28
  8. Hanging by a Thread (Gregg Brooks/Tim Brooks) 07:58
  9. That's How I Feel (Jon Randall) 05:31
  10. You Ain't Listening (Tim Brooks/Mark Warlick) 03:47
  11. Down by the River (Neil Young) 15:09



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